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Hochstubairunde vom 7. bis 9. Juli 2017

Wilder Freiger, Wilder Pfaff und Zuckerhütl

Sechs Hochtourenbegeisterte (Franziska, Hedwig, Andi, Michael, Harry und Sven) machten sich zu einer klassischen dreitägigen Rundtour durch das Stubaier Alpen auf, um drei der höchsten Gipfel dieser Gebirgsgruppe zu besteigen.

Die erste Etappe führte uns über den Wilde-Wasser-Weg zur Sulzenauhütte auf 2.191 m. Ein kleiner Umweg brachte uns dabei „hautnah“ an Wasserfällen vorbei, wo der Sulzenaubach eindrucksvoll 200 m in die Tiefe stürzt.
Tags darauf stiegen wir von der Hütte vorbei am Grünausee zur Seescharte, an der sich unser Weg mit der Route von der Nürnberger Hütte vereinigt. Weiter führte uns der Steig über Blockwerk und einzelne Firnfelder mit stetem Blick auf den bereits stark geschwundenen Grüblferner. Am Gamsspitzl vorbei wandte sich der zunächst noch markierte Weg immer höher auf den Grat, der den Wilder-Freiger-Ferner und Grüblferner trennt. Erst oberhalb von 3.200 m betraten wir den Gletscher und erreichten nach zwei kurzen Aufschwüngen die nordseitigen Schuttfelder am Signalgipfel, dem östlichen Vorgipfel, an dem wir unsere Rücksäcke für den Gipfel-„Endspurt“ zurückließen. Nach einem kurzen Abstecher über den teils firnbedeckten Verbindungsgrat standen wir auf dem Gipfel des Wilden Freigers (3.418 m). Wieder zurück bei unseren Rucksäcken stiegen wir nach einer Gipfelbrotzeit über den drahtseilgesicherten Südgrat zunächst in Richtung Becherhaus ab und querten alsbald über den Übeltalferner nach Westen zu unserem Tagesziel, der 3.146 m hochgelegenen Müllerhütte.
Am nächsten Morgen ging es wegen der für den Nachmittag vorhergesagten Gewitter frühzeitig weiter Richtung Westen, zunächst noch über den Gletscher, dann zum Ostgrat des Wilden Pfaffs. Dieser Blockgrat steilte sich immer weiter auf und verlangte mit seinen ausgesetzten Kletterpassagen unsere volle Konzentration. Erfreulich früh erreichten wir den 3.456 m hohen Gipfel. Auf eine ausgiebige Gipfelrast verzichteten wir, um noch vor der erwarteten Wetterverschlechterung auch noch den höheren Nachbargipfel ins Visier zu nehmen. Nach einem Abstieg in den Pfaffensattel, an dem wir nochmal unsere Rucksäcke zurückließen, machten wir uns auf zum Abstecher auf das Zuckerhütl. Der Gipfelaufbau mit einigen Kletterstellen war nach kurzer Zeit bewältigt und wir erreichten zügig das markante Gipfelkreuz des höchsten Stubaier Gipfels (3.505 m). Ebenso schnell kehrten wir zu unserem Rucksackdepot zurück und überwanden auf unserem Weiterweg in Richtung Pfaffenjoch auf dem Sulzenauferner mehrere Gletscherspalten ohne Fehltritt. Schließlich querten wir die Südhänge des Aperen Pfaffs und gelangten über das Fernaujoch ins Gletscherskigebiet zur  Schaufeljochbahn, von der aus wir mit einer Talfahrt zur Mutterbergalm unsere dreitägige Runde auf bequeme Weise abschließen konnten, um uns kurz darauf mit einer Einkehr in der Grawaalm angemessen zu belohnen. Das inzwischen losgebrochene Unwetter bereitete uns bei Apfelstrudel und Tiroler Gröstl keine Sorgen mehr.

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