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Weiße Felsen, blaues Meer

Am Freitag vor den Osterferien verließen wir Peißenberg zu nachtschlafener Zeit um 3:00. Unser Ziel, die Hafenstadt La Ciotat, lag gut 1000 km weiter südlich an der französischen Mittelmeerküste, 20 km östlich von Marseille. 

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Genauer genommen war nicht La Ciotat das Ziel, sondern die Calanques, die legendären weißen Kletterfelsen zwischen Marseille und eben La Ciotat, wo wir ein Ferienhaus gefunden hatten. Klettern über dem Wasser, der Tiefblick hinunter auf das Mittelmeer an der Cote d'Azur stellt einen besonderen, einen vielgerühmten Reiz dar.

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Leonhard, angekommen am Ausstiegsplateau von "Belvedere", der schönen Aussicht

 

Manchmal beginnen die Kletterrouten wenige Meter über dem Wasser.

Auch hier am "Bec de Sormiou" in einer Bucht nahe Marseille ist das so. Gut 120 m stürzen steile, weiße Plattenfluchten hinunter ins Meer.

Die Zustiege sind respektabel und daher nimmt es nicht wunder: wir waren heute alleine.

Die Ausrichtung der Wand ist Nord-Ost, dazu immer ein Mehr-oder-Weniger an Wind und 17°C. Nur im T-Shirt wäre heute Heldentum gewesen. Nein, ein paar Ärmlinge zusätzlich mußten es schon sein.

 

 

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 "da hinunter geht's zu den Einstiegen?" Nico, Markus und Anna rätseln über den Weiterweg

 

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Michaela auf den letzten Metern zum Wasser

 

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Strahlend weißer Fels der allerbesten Qualität - das paßt gut zusammen mit feinster Absicherung...

 

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Sabsi (links) führt ihre Mannen durch den Nordostpfeiler (7-), Anna (rechts) erreicht den ersten Stand der Route "Antifada" (7+)

 

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Nico erreicht den Gipfelgrat

 

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und auch Sabsi kommt oben an

 

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und ich sach' vorher noch:  "ein Kletterurlaub iss nur so gut wie seine Bilder. Ich möchte gelbe Hosen, meinetwegen auch rote, blaue oder grüne. Und a farbig's T-Shirt, net weiß oder grau oder so. Und was krieg' ich: a schwarze Hose und a dunkelgrauoliver Janker, a dunkelgraues Top und a schwarz-weinrote Hosn mit einem weißen Helm. Irgendwann werd' i noch wahnsinnig und IHR seid Schuld.

 

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machmal wachsen unvermittelt filigrane Bäume aus der Wand und verleihen der Kletterei einen meditativen Touch

Kein Autolärm, kein Seilkommando-Geplärre, nur das entfernte Tosen der Brandung ist zu hören. Und manchmal die Böen des permanenten Winds, die sich in den Bäumen fangen. Die Absicherung ist gut, der Fels trotz der Nähe zur Millionenstadt Marseille nur geringfügig abgespeckt. "Faire rien", es ist wie Urlaub...

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Thiery grüßt vom zweiten Stand der Nachbarroute "Gutenberg" (7-) herüber...

 

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und DAS macht er nicht nur gerne, sondern vor allem richtig gut!

 

Eigentlich, so war der Plan, am Abend immer Essen zu gehen. Nach dem Klettern auch noch Kochen, Essen, Abspülen, Aufräumen - nein! Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt...

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Es war einfach viel zu "griabig": wir waren wir kein einziges Mal Essen, sondern immer nur "zu Hause"

 

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Die Kletterei spielt sich zumeist in Meeresnähe ab, aber nicht immer zwei Meter über dem Wasser. Und der Fels ist auch nicht immer weißer Kalk, sondern wie hier Konglomerat mit eingelagerten Steinbrocken aller Größen...

 

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oder auch mal gelber Sandstein...

 

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mit - wie hier - sehr verrückten Formen

 

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normalerweise lautet die Gretchenfrage beim Klettern "bist auffi-kumma?". Hier tauschen wir und fragen: "bist ummi-kumma?" :-))

 

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Michaela in den bizarren Felsstrukturen von Belvedere

 

D 20 5982die Calanque ist über "Klettern" hinaus ein Gebiet von außergewöhnlichem landschaftlichen Reiz: Felsenfenster mit überraschendem Tiefblick am Zustieg zu den Kletterrouten von Castelvieil

 

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Die Calanque ist Gebiet mit viel Fels und viel Grün. Aber nur sehr genügsames Gewächs kann hier überleben, wenig Wasser, wenig Erde, wenig Nährstoffe

Entspanntes Klettern in einer Traumgegend, doch irgendwann mußten auch wir wieder zurückfahren. Am Karfreitag hieß es ein letztes Mal "Klettern gehen", danach Bus bepacken, Hausübergabe. Und vor uns lagen gut 1000 km Straße Richtung Nord. Zu nachtschlafener Zeit erreichten wir Peißenberg, Bus auspacken und in alle Himmelsrichtungen die Reststrecke nach Hause. Ein Bild hat sich auf jeden Fall in die Köpfe eingebrannt und so in etwa sieht es aus:

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Der kurze Bericht soll enden mit ein paar Kletterbildern - und mit dem zugehörigen Dialog:

Hans:     "das schaut gut her, das macht's"
Markus:  "Boa, wie schwer iss das?"
Hans:    "Der Führer liegt unglücklicherweise schon eingepackt im Ferienhaus"
Anna:    "Daaas sieht schwer aus. Wieso tu' ich mir das eigentlich an?"
Anna schleppt ihr Zeug zum Einstieg
Hans:    "Damit ich a paar schöne Bilder machen kann, deshalb..."

Die Route - wie sich später herausstellen sollte - hieß "La Horde Sauvage" oder ins Deutsche übersetzt "Die wilde Horde". Sie weist den Schwierigkeitsgrad 10-/10 auf, gerade richtig für die "wilde Horde" aus Peißenberg :-))

Ein paar Bilder aus der ersten Seillänge

Bemerke: je höher der Kletterer, desto leichter das G'wandl :-)

Schee war's !

 

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