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Corona-Krise - Bergsteigen

Wandern ist möglich – bei Beachtung wichtiger Regeln

DAV   05.05.2020, 14:00 Uhr

Wanderungen sind wieder möglich, wenn man einige zentrale Regeln beachtet. Zu dieser Einschätzung kommt der Deutsche Alpenverein angesichts positiver Entwicklungen bei der Eindämmung des Corona-Virus. Wichtigste Regeln: Abstand halten und Zurückhaltung bei der Tourenplanung. Bislang hatte der DAV an die Bergsportlerinnen und Bergsportler appelliert, auf Bergtouren zu verzichten.

 „Ich bin sehr froh, dass die Bergsportgemeinde mit ihrem Verzicht in den letzten Wochen zur Eindämmung des Corona-Virus beigetragen hat“, sagt Josef Klenner. „Jetzt befinden wir uns in einer entscheidenden Phase. Es geht darum, gewonnene Freiheiten so zu nutzen, dass eine neuerliche Zunahme der Ansteckungen verhindert wird.“ Für den Weg in den Bergsport unter Corona-Bedingungen seien deshalb sehr behutsame Schritte notwendig. Neben den zurückgehenden Infektionszahlen sind es vor allem zwei Faktoren, die den DAV zur Neubewertung der Situation bewegt haben. Zum einen ist die befürchtete Überlastung der Bergrettung und der kritischen Infrastruktur ausgeblieben. Die Bergwacht ist in den Bayerischen Alpen und den Mittelgebirgen im Bundesgebiet gut auf Einsätze unter Corona-Bedingungen vorbereitet. Zum anderen waren beliebte Wanderziele nur ganz am Anfang und nur punktuell stark frequentiert. Mit ihrem weitgehenden Verzicht auf Bergtouren haben die Bergsportlerinnen und Bergsportler bewiesen, dass es keine Verbote braucht, um solidarisch und vernünftig zu handeln.
 

Das sind die wichtigsten Regeln

Eine Expertengruppe des Österreichischen Alpenvereins befasste sich als erstes mit den Möglichkeiten der Rückkehr in den Bergsport unter Corona-Bedingungen. Das entsprechende Papier ging als Vorschlag zur Abstimmung an die Gemeinschaft der alpinen Vereine unter dem Dach des Club Arc Alpin (CAA). Der Deutsche Alpenverein lehnt sich eng an dieses Papier an. Das sind die wichtigsten der für Deutschland angepassten Regeln:

  • Risikobereitschaft zurücknehmen
  • Bergsport nur in erlaubten Kleingruppen
  • Abstand halten
  • Gewohnte Rituale wie Umarmungen am Gipfel unterlassen
  • Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel mitnehmen

Die ausführlichen Regeln gibt es unter diesem Link. Dort sind auch die Regeln für Bergsportdisziplinen wie MTB oder Klettern aufgeführt.

 

Hütten sind derzeit geschlossen

Wer in den nächsten Tagen in den bayerischen Bergen unterwegs ist, muss mit geschlossenen Hütten rechnen. Vereinzelte To-Go-Anlaufstellen an Almen und Hütten ändern nicht viel an dieser Grundsituation. Aktuelle Infos zu den Alpenvereinshütten gibt es unter diesem Link. Ebenfalls wichtig für die Tourenplanung: Ab rund 1500 Meter kann noch Schnee liegen – zum einen Altschnee aus dem zurückliegenden Winter, zum anderen Neuschnee aus den letzten Tagen.

Klettern, Mountainbiken & Co. auch möglich?
 

Im Grundsatz unterscheiden sich die Bedingungen für die anderen alpinen Kernsportarten nicht vom Wandern: Bei Einhaltung einiger wichtiger Regeln sind Bergsteigen, Felsklettern, Mountainbiken & Co. möglich, soweit nicht Bundesland-spezifische Verbote dagegenstehen. Über diese Corona-Regeln informiert das oben bereits genannte Papier unter diesem Link.

 

Übergangsregeln des Deutschen Alpenvereins für den Bergsport

Spiel- und Sportbetrieb (eigenständige Ausübung der Sportart ohne Anleitung)

Wandern und Bergwandern:

Als Einzelsportart unter Einhaltung des 2-Meter-Sicherheitsabstandes sporttechnisch möglich. Wanderungen nur mit Abstand auf breiten Wegen durchführen, die ein aneinander Vorbeigehen mit Abstand ermöglichen. Wanderstöcke nicht untereinander austauschen und Gipfelrast und alle anderen Pausen mit Abstand abhalten. Die Ansteckungsgefahr beim Wandern in häuslicher Gruppe ist sehr gering. Dennoch ist es sinnvoll, sich nicht an Hauptwanderzielen „zu bündeln“.

Sportklettern im Klettergarten und Bouldern an Felsen:

Nicht nebeneinander in Routen klettern, sondern bei der Routenwahl auch auf – besser mehr als 2- Meter - Abstand achten!

Hände nach dem Klettern gut waschen, ggf. desinfizieren und sich beim Klettern nicht ins Gesicht greifen! Möglichst großen Abstand zu anderen Seilschaften im Klettergarten halten! Sollte eine Regelung für gemeinsames - mit haushaltsfremden Personen - Klettern im Klettergarten gefunden werden, ist die evtl. mögliche Ansteckung über die Ausrüstung zu berücksichtigen. Um auf Nummer sicher zu gehen, müsste jeder immer mit der eigenen Ausrüstung (Express-schlingen,  Seil) klettern. Das Seil wird zwar von beiden Kletterern angefasst, aber in der Regel immer an unterschiedlichen Stellen. Hilfreich auch, wenn der Sichernde, wie derzeit schon vereinzelt üblich, beim Sichern Handschuhe trägt.

Klettersteiggehen:

Das Klettersteiggehen ist als Einzelsportart unter Einhaltung des 2 Meter-Mindestabstandes zu anderen möglich.

Zusätzlich sollte man aber Folgendes beachten:

Handschuhe – keine an den Fingerspitzen geöffneten – tragen und sich damit nicht ins Gesicht (Mund, Nase, Ohren) fassen!

Keine Touren, bei denen man seinem persönlichen Limit nahe kommt!

Abstände, auch alleine aus Sicherheitsgründen – wenn möglich mehr als den empfohlenen 2-Anker Abstand - einhalten!

Überholen nur auf Absätzen, Bändern, Gehstrecken unter Einhaltung des Mindestabstandes von 2 Meter! Vorausschauend aufsteigen, so dass man nicht auf den Vordermann aufläuft! Klettersteige nicht in Gegenrichtung begehen, nicht über Klettersteige absteigen!

Mountainbike

Höhere Geschwindigkeiten erfordern größere Abstände beim Hintereinanderfahren: 5 m bergauf, 20 m bergab und in der Ebene.

Wenn überholen, dann rasch und nur, wenn der seitliche Mindestabstand von 2 m eingehalten werden kann.

 

 
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